Das Wildental im Kleinwalsertal

 

Vom Campingplatz „Vorderboden“ gibt es diverse Möglichkeiten Touren zu starten. Unsere heutige Tour zum einlaufen startet am Campingplatz

mit dem Rad entlang der Breitach in Richtung Mittelberg. Vorrangig geht der Weg entlang des noch recht bescheidenen Fluss durch viele Waldpassagen. 

Zwischendurch an Lichtungen und freien Bereichen hat man schöne Einblicke in das Gemstal mit tollen Blicken auf den Bärenkopf, auf den kleinen und auch auf den großen Widderstein.

Lustig, auf der Wander/Fahrradstrecke gibt es einen Punkt, an dem 3 dicke Baumstämme als Übergang über den Fluss sind. Schwer zu beschreiben, ich weiß nicht ob es 10,- oder 15,- Meter sind, die man dort hinüber gehen kann , ich versuch es einfach, -keine schwere Aufgabe, aber hinsichtlich der kommenden Gipfeltouren eine schöne Übung, wie es mit dem Gleichgewicht in luftiger und freier Umgebung sein kann. Mittig der Strecke angekommen wackelt mein Rucksack und ich muss wegen dem Gleichgewichts schon korrigieren, zurück das Gleiche auf einem dünneren Stamm, - zack, geschafft die kleine Übung.

Dahinter direkt eine Holzbrücke, die wir überqueren um dort dann in Richtung Höfle zurückzufahren. Dort gibt es den ersten Einstieg in das Wildental. An der Brücke, die über den Wildenbach führt, befestigen wir die Räder, und steigen einen strammen Wurzelweg hinauf. Der Unterschied wird schnell klar, je höher wir kommen um so prägnanter wird das Bergbild, wo sich dann auch das Wildental für uns öffnet. Vorerst bestaunen wir  zur rechten erst den „Zwölfer 2.224,- m“, dann den „Elfer 2.387,- m“. Rückblickend sehr schön mittlerweile anzusehen die breite Fläche des „Walmendinger Horn“ und darunter das mittlerweile kleine Spielzeugdorf Mittelberg. Die ganze Zeit ging es nun unter der freien Sonne bergauf, dabei auch schön anzusehen ein typischer Bergbauernhof mit vielen Holzschnitzereien. Etwas nass geschwitzt mittlerweile kommt zum Glück nun die Erkenntnis, das der weitere Weg gut in Waage bleibt und keine schweren Aufstiege mehr hat.

Dafür breitet sich vor uns das Tal immer breiter aus, vor uns das breite Bergmassiv, angefangen links mit der „Oberstdorfer Hammerspitze“, dann die verschiedenen „Schafalpenköpfe“. Allesamt etwas mehr über 2000er, die für geübte irgendwo dort oben den „Mindelheimer Klettersteig“ darstellen. Links davon liegt hinter dem Grad die „Fiederpasshütte“, rechts gelangt man über die „Kemptner Scharte“ zur „Mindelheimer Hütte“. Beide Hütten werden gerne als Anfangs,- oder Endpunkt  für den Klettersteig genutzt.

Dahinter liegt das Rappental, wo wir vor Jahren in einer kleinen Gruppe den ersten Tag einer Hüttentour über dem „Krumbacher Weg“ Richtung Mindelheimer Hütte gingen.

Entlang des Wegs bis zum Ende des „Wildentals“ hat man bis zu 4 Einkehrmöglichkeiten auf verschiedenen Alpen samt Gasthäusern. Wir rasten für eine Brotzeit am Wildenbach auf kalkweißen gewaschenen Steinen. Füße kühlen im ziemlich kalten Bergwasser, Seele baumeln lassen. Danach geht es in ca 20 Minuten bis zur „Fluchtalpe“ am Talende.

Eine urgemütliche Alpe, von der noch viel bäuerliche Bergwirtschaft betrieben wird. Nichts für Städtler, - die Familie dort lebt im ganzen Sommer ohne Strom . Die Speisen werden dort vom Herd mit Brennholz gekocht und das Licht wird am Abend mit Gaslaternen erzeugt. Die Hütten sind letztlich auch ein zentraler Punkt für die Wanderer die entweder zum Fidererpass wandern, oder mittig entlang des Wasserfalls zur Mindelheimer Hütte gelangen wollen. Beide Wege haben dort noch einmal reichliche Steigungen, um zu den einzelnen Höhenwegen zu kommen. Die „Fluchtalpe“, befindet sich hier auf ca. 1.400 Meter. Der Name deswegen, da dieser Wiesen reiche Kessel bei herannahenden Schneewetter als letzter Fluchtort der auf der Bergstrecke weidenden Kühe galt.

Nach einigen Fotoaufnahmen und einem kühlen Radler ging es dann wieder zurück ins Tal, wobei es eine Abzweigung linke Hand gibt, die wir nutzten um aus der gesamten Wanderstrecke einen Rundweg zu gestalten.  Unbemerkt war es dann auf der anderen Seite über dem „Walmendinger Horn“ sehr dunkel, und wir kamen mit ziemlichen Tempo gerade noch vor dem Beginn des Gewitters am Camping-Platz an. Nach einem ziemlichen heißen Tag hatten wir erstmal eine angenehme Abkühlung zum Abschluss des Tages.

 

Alles in allem eine gemütliche Tour, die für die ganze Familie geeignet ist. Auf festen, breiten Wegen ist die Strecke mit Einkehr in eine der vielen Alpen an etwas mehr als einem halben Tag sehr schön und empfehlenswert.

Zudem besteht ja noch zum Schluss die Möglichkeit, näher an die Wasserfälle am Ende des Tals zu gehen.

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